Seit dem Brexit ist Großbritannien für Händler aus Deutschland und Österreich kein Selbstläufer mehr. Aber der Markt ist zu groß, um ihn zu ignorieren. Laut dem Office for National Statistics entfielen im August 2026 bereits 28,8% aller Einzelhandelsumsätze im UK auf den Onlinehandel, die Online-Umsätze lagen 8,9% über dem Vorjahr. Ein großer Teil davon läuft über Marktplätze.
Gleichzeitig verändert sich die Landschaft spürbar: Argos und B&Q haben eigene Marktplätze geöffnet, TikTok Shop wächst rasant, und mit easyShop.com bringt OnBuy sein Modell in 21 europäische Länder. In diesem Artikel stellen wir Dir die beliebtesten Online-Marktplätze im Vereinigten Königreich für 2026 vor, mit Besucherzahlen, Gebühren und dem, was Du als Händler aus der EU vor dem Start wissen solltest.
Hinweis: Die Zahlen stammen von Similarweb und beziehen sich auf September 2026 (Desktop und Mobile Web). Bei den britischen .co.uk-Domains zählen wir alle Besuche der Domain. Bei internationalen Domains wie etsy.com, asos.com und onbuy.com zeigen wir nur den Anteil der Besuche aus dem UK. Für temu.com liegen keine Daten zum UK-Anteil vor, deshalb ist Temu nicht im Ranking. Die Zahlen sind als Richtwerte zu verstehen, nicht als exakte Messwerte.
Bevor wir zu den Marktplätzen kommen, ein kurzer Realitätscheck. Seit 2021 ist Großbritannien für EU-Händler ein Drittland. Das heißt nicht, dass sich der Markt nicht lohnt, aber Du solltest diese Punkte von Anfang an einplanen:
Die wichtigsten Regeln für den Verkauf nach Großbritannien
Viele Händler entscheiden sich deshalb für einen Teil ihres Bestands direkt im UK: Die Ware wird gesammelt eingeführt, und Deine Kunden erhalten ihre Bestellungen ohne Zollabwicklung und ohne Gebühren an der Haustür. Wie das mit byrd funktioniert, erfährst Du auf unserer Seite zum Fulfillment in Großbritannien.
Das Ranking basiert auf einer Vorauswahl von Marktplätzen, die byrd für Online-Händler im Vereinigten Königreich für relevant hält, sortiert nach Besuchen aus dem UK. Second-Hand-Plattformen wie Vinted und weitere Kanäle findest Du weiter unten.

Es überrascht kaum, dass Amazon den britischen E-Commerce-Markt anführt, wie in den meisten westlichen Ländern. Für Drittanbieter ist Amazon.co.uk ein riesiger Kanal: Laut Amazon verkaufen rund 100.000 kleine und mittlere Unternehmen aus dem UK über den Marktplatz, und allein ihre Exportumsätze lagen 2024 bei 3,8 Milliarden £.
Für den Verkauf brauchst Du in der Regel den Verkaufstarif Professional für 25 £ pro Monat (zzgl. Umsatzsteuer). Dazu kommen kategorieabhängige Verkaufsgebühren, bei Bekleidung zum Beispiel je nach Preis 5, 10 oder 15% (Amazon UK).
Amazon.co.uk eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:
Pro-Tipp Logistik:
Wenn Du aus der EU nach Großbritannien verkaufst, entscheidet Dein Lagerstandort über Lieferzeit, Zollaufwand und Retourenkosten. Mit Bestand im UK lieferst Du so schnell wie ein lokaler Händler und kannst Retouren im Land abwickeln, statt sie über den Ärmelkanal zurückzuholen.

eBay bleibt einer der größten Marktplätze im UK, mit starker Position sowohl im Neuwaren- als auch im Gebrauchtsegment und einer Käuferschaft, die Angebote aktiv vergleicht. Für Privatverkäufer mit Sitz im UK ist eBay.co.uk gebührenfrei (eBay). Das sorgt für viel Angebot und Traffic, bedeutet für gewerbliche Händler aber auch mehr Preisvergleich.
eBay UK eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:

Etsy gehört zur Verfolgergruppe hinter Amazon und eBay, bleibt aber die erste Adresse für handgemachte, kreative, Vintage- und personalisierte Produkte, bei denen Einzigartigkeit wichtiger ist als der niedrigste Preis. Etsy berechnet 0,20 US-Dollar pro Listing und 6,5% Transaktionsgebühr auf den Verkaufspreis inklusive Versand, dazu kommen je nach Land Gebühren für die Zahlungsabwicklung (Etsy).
Etsy eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:

ASOS ist einer der führenden britischen Online-Modehändler und richtet sich vor allem an junge Erwachsene. Im Geschäftsjahr bis Ende August 2026 zählte ASOS 16,4 Millionen aktive Kunden, das Bruttowarenvolumen ging um 5% zurück. Gleichzeitig setzt ASOS stärker auf Partnerware: 21% der Partnerumsätze laufen bereits über Modelle, bei denen Marken selbst liefern oder ASOS das Management übernimmt (etailment).
Technisch läuft das Programm "Partner Fulfils", bei dem Marken direkt an ASOS-Kunden versenden, über Mirakl. Für Dich heißt das: Wer bei ASOS als Partner aufgenommen wird, braucht ein Fulfillment-Setup, das sich an Mirakl anbinden lässt.
ASOS eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:

Wayfair ist im UK einer der wichtigsten Online-Anbieter für Möbel und Wohnaccessoires. Für Händler aus dem DACH-Raum spannend: Wayfair hat im Januar 2025 seinen Rückzug aus Deutschland angekündigt, das UK-Geschäft bezeichnet das Unternehmen aber weiterhin als bedeutend (Big Furniture Group). Wer Wayfair als Kanal nutzen will, landet in Europa also in Großbritannien.
In Nischenmärkten wie diesem sind Kunden oft einmalige Käufer mit höherem Warenkorbwert. Umso wichtiger ist, dass Lieferung und Montage reibungslos funktionieren.
Wayfair eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:

Zalando ist eine der wichtigsten Modeplattformen Europas und mit zalando.co.uk auch im Vereinigten Königreich aktiv. Im Vergleich zu ASOS ist die Reichweite im UK deutlich kleiner, für Marken, die ohnehin schon über Zalando in Deutschland oder Österreich verkaufen, ist der UK-Shop aber eine naheliegende Erweiterung.
Zalando eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:

OnBuy ist als britische Alternative zu Amazon gestartet und hat sich zu einem relevanten Kanal für Händler entwickelt, die ihre Abhängigkeit von Amazon oder eBay reduzieren möchten. Laut ChannelX ist OnBuy in drei Jahren um mehr als 86% gewachsen und listet über 100 Millionen Produkte. 2026 startete OnBuy gemeinsam mit easyGroup außerdem easyShop.com, einen Marktplatz für 21 europäische Länder.
Verkäufer zahlen je nach Tarif 25 £ (Standard), 69 £ (Partner) oder 249 £ (Professional) pro Monat, die beiden höheren Tarife sind bis Januar 2027 reduziert. Dazu kommt eine Provision auf jeden Verkauf, deren Höhe von Kategorie und Markt abhängt (OnBuy). Hinter OnBuy steht die Verkäuferplattform OnCommerce: Mit einem Konto erreichst Du dort neben OnBuy auch easyShop und Comet.
OnBuy eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:
Ist OnBuy seriös? Diese Frage stellen sich viele Händler und Käufer. Auf Trustpilot kommt OnBuy auf eine Bewertung von 4,4 von 5 bei über 135.000 Bewertungen (Stand Oktober 2026). OnBuy ist ein etablierter, regulär betriebener Marktplatz. Wie bei jedem Marktplatz kaufst Du dort aber bei einzelnen Händlern, deren Bewertungen Du vor dem Kauf prüfen solltest.

ManoMano fokussiert sich auf DIY, Heimwerken und Garten und ist mit manomano.co.uk auch in Großbritannien vertreten. Laut eigenen Angaben zählt die Plattform über 7 Millionen Privat- und Profikunden. Im Vergleich zu Amazon ist ManoMano eine Nische, aber mit einer sehr kaufbereiten Zielgruppe in diesen Kategorien.
ManoMano eignet sich besonders für:
Was Du vor dem Start wissen solltest:
Neben den Top 8 gibt es im UK weitere Kanäle, die gerade stark wachsen, neu dazugekommen sind oder sich mangels Daten nicht sauber ins Ranking einordnen lassen. Ein Blick lohnt sich vor allem, wenn Dein Sortiment gut zu ihnen passt.
TikTok Shop ist im UK längst mehr als ein Experiment. Laut ChannelX verkaufen dort über 300.000 kleine und mittlere Unternehmen aus Großbritannien, die Umsätze über Live-Shopping stiegen im Jahresvergleich um 55%. Besonders gut funktionieren Beauty, Mode und Lifestyle-Produkte, die sich in kurzen Videos zeigen lassen. Prüfe vor dem Start, welche Voraussetzungen TikTok Shop UK an Händler aus dem Ausland stellt.
Temu ist auch im UK aktiv und hat sich mit einer aggressiven Preisstrategie und hoher Produktsichtbarkeit schnell viel Aufmerksamkeit gesichert. Wie viele Besuche auf temu.com aus dem UK kommen, lässt sich mit unseren Daten nicht belastbar sagen, deshalb steht Temu nicht im Ranking. Für Händler, die preislich mithalten können, kann Temu ein zusätzlicher Kanal sein. Prüfe aber genau Deine Markenpositionierung: Für Premium- oder stark wertegetriebene Marken ist die stark preisgetriebene Plattform nicht immer die beste Wahl.
Für Second-Hand-Mode ist Vinted inzwischen eine der wichtigsten Plattformen im UK. Laut Business Matters hat Vinted dort über 16 Millionen registrierte Nutzer, Großbritannien ist nach Frankreich der zweitgrößte Markt. Mit Vinted Pro können auch Unternehmen verkaufen, allerdings steht Vinted Pro laut Vinted derzeit nur Firmen aus Italien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Portugal, Luxemburg, Belgien und dem UK offen. Händler aus Deutschland und Österreich bleiben vorerst außen vor. Übrigens: Vinted ist einer der geschätzten Kunden von byrd.
Einer der bekanntesten britischen Händler öffnet seine Plattform: Argos ist im August 2026 mit seinem Marktplatz gestartet, zunächst mit knapp 80 ausgewählten Händlern (ChannelX). Technisch basiert der Marktplatz auf Mirakl. Händler können sich als Partner bewerben. Für Sortimente aus Home, Spielwaren und Elektronik ist Argos damit ein Kanal, den Du im Blick behalten solltest.
Die Baumarktkette B&Q betreibt ebenfalls einen Marktplatz auf Mirakl-Basis und nimmt seit November 2025 auch Händler aus Deutschland auf. Das Bruttowarenvolumen lag im Halbjahr bei 228 Millionen £, ein Plus von 45,4%, Listing-Gebühren fallen keine an (ChannelX). Für DIY-, Garten- und Home-Sortimente ist B&Q damit eine echte Alternative zu ManoMano und Amazon.
Mirakl: Eine Anbindung, viele Marktplätze
Marktplätze sind eine gute Möglichkeit, den E-Commerce-Umsatz zu steigern oder in neue E-Commerce-Märkte zu expandieren. Der Betrieb eines unabhängigen Onlineshops hat jedoch viele Vorteile gegenüber dem Verkauf auf Marktplätzen.
Einige dieser Vorteile sind:
Die meisten erfolgreichen Marken kombinieren beides: einen eigenen Shop mit Preisen in Pfund als Basis und zwei bis drei Marktplätze für zusätzliche Reichweite.
Egal auf welchen Marktplätzen Du verkaufst, ein großer Teil Deines Erfolgs hängt von Deiner Logistik ab.
Kunden erwarten schnellen Versand, transparente Sendungsverfolgung und einfache Retouren, besonders beim Kauf über Marktplätze. Da Marktplätze auf schnellen Preis- und Angebotsvergleich ausgelegt sind, haben Liefergeschwindigkeit und Versandkosten großen Einfluss auf Deine Conversion. Amazon hat die Erwartungen an schnelle Lieferung massiv geprägt, und viele Marktplätze verschärfen kontinuierlich ihre Regeln für Versand und Lieferzeiten.
Für Händler aus der EU kommt der Brexit dazu: Jede Sendung aus Deutschland oder Österreich ist ein Export mit Zollabwicklung. Genau deshalb ist ein durchdachtes Setup ein echter Hebel:
Mit byrd lagerst Du Deinen Bestand in unserem Fulfillment-Netzwerk in Großbritannien und bedienst von dort alle Kanäle. Bestellungen von Amazon (FBM), eBay, Zalando und Wayfair lassen sich an byrd anbinden, ebenso Mirakl-Marktplätze wie B&Q, und laufen zusammen mit den Bestellungen aus Deinem eigenen Shop durch dasselbe Lager. Wir versenden mit Royal Mail, DPD und Parcelforce. Bestellungen, die vor dem Cut-off eingehen, verlassen das Lager noch am selben Tag, mit Next-Day-Versand sind sie am nächsten Tag bei Deinen Kunden. Du entscheidest, welche Produkte Du auf welchem Marktplatz verkaufst, und siehst Bestand, Bestellungen, Sendungen und Retouren jederzeit in einem Dashboard.
Und weil byrd auch Lager in Deutschland, Frankreich und Österreich betreibt, steuerst Du UK und EU aus einem System. Wenn Du weitere Märkte im Blick hast, helfen Dir unsere Überblicke zu den Online-Marktplätzen in Deutschland, Frankreich, Polen und den Niederlanden.

Was ist der größte Online-Marktplatz in Großbritannien?
Amazon.co.uk mit rund 350 Millionen Besuchen im September 2026, mit deutlichem Abstand vor eBay.co.uk mit rund 193 Millionen. Rund 100.000 britische KMU verkaufen laut Amazon über den Marktplatz.
Ist OnBuy seriös?
Ja. OnBuy ist ein etablierter britischer Marktplatz mit über 100 Millionen Produkten und einer Trustpilot-Bewertung von 4,4 von 5 bei über 135.000 Bewertungen (Stand Oktober 2026). Wie auf jedem Marktplatz kaufst Du bei einzelnen Händlern, deren Bewertungen Du prüfen solltest.
Kann ich als deutscher Händler auf Marktplätzen in UK verkaufen?
Ja, große Marktplätze wie Amazon.co.uk, eBay.co.uk oder B&Q nehmen Händler aus der EU auf. Du brauchst eine EORI-Nummer und musst Dich um die britische Umsatzsteuer kümmern: Bei Sendungen bis 135 £ aus der EU führt der Marktplatz die Steuer ab, lagerst Du Ware im UK, brauchst Du eine eigene britische Umsatzsteuer-Registrierung.
Brauche ich für den Verkauf in UK eine UKCA-Kennzeichnung?
Für die meisten Produkte nicht. Die CE-Kennzeichnung wird in Großbritannien weiterhin anerkannt, UKCA ist eine Alternative.
Was kostet das Verkaufen auf Amazon UK?
Der Verkaufstarif Professional kostet 25 £ pro Monat zzgl. Umsatzsteuer. Dazu kommen kategorieabhängige Verkaufsgebühren pro verkauftem Artikel und, falls Du FBA nutzt, Versand- und Lagergebühren.