Amazon FBA (Fulfillment by Amazon) heißt: Du schickst Deine Ware in Amazons Lager, Amazon lagert, verpackt, versendet und kümmert sich um Retouren und Kundenservice. Dafür bekommen Deine Angebote das Prime-Logo. Das klingt bequem und ist es oft auch. Trotzdem sprechen wir bei byrd zunehmend mit FBA-Händlern, die ihre Logistik neu aufstellen wollen.
Der Grund ist selten ein einzelnes Problem. Meist kommt einiges zusammen: Lagergebühren, die sich im Herbst fast verdoppeln, Kapazitätslimits vor dem Weihnachtsgeschäft, Ware, die für Shop und andere Marktplätze an anderer Stelle fehlt. In diesem Artikel erfährst Du, was Amazon FBA 2026 kostet, welche Vor- und Nachteile es hat und wann sich eine Alternative wie FBM mit einem Fulfillment-Partner lohnt.
Stand: Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
Amazon FBA steht für Fulfillment by Amazon, auf Deutsch Versand durch Amazon. Du bleibst Verkäufer und legst Preise, Sortiment und Marketing fest. Amazon übernimmt die Logistik: Lagerung in den Amazon-Logistikzentren, Kommissionierung, Verpackung, Versand, Retouren und den Kundenservice zu Lieferfragen. FBA-Angebote sind automatisch für Prime qualifiziert.
Das Gegenstück ist FBM (Fulfillment by Merchant), also Versand durch den Verkäufer. Hier lagerst und versendest Du selbst oder über einen Fulfillment-Dienstleister. Den direkten Vergleich der beiden Modelle findest Du in unserem Artikel FBA vs. FBM.
Die Kosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen: Verkaufsgebühren (fallen auch ohne FBA an), FBA-Versandgebühren pro verkaufter Einheit und Lagergebühren. Dazu kommen je nach Bestandslage Zuschläge. Die Zahlen unten stammen aus Amazons Tarifübersicht für Europa, gültig ab 1. Februar 2026, und den Preisangaben auf sell.amazon.de.
| Kostenart | Amazon.de, Stand 2026 | Wann sie anfällt |
|---|---|---|
| Verkaufstarif | Einzelanbieter: 0,99 € pro verkauftem Artikel. Professionell: 39 € pro Monat (jeweils zzgl. MwSt.) | Immer, auch bei FBM |
| Verkaufsgebühr | Je nach Kategorie, meist 8 bis 15% des Verkaufspreises, mindestens 0,30 € pro Artikel | Bei jedem Verkauf, auch bei FBM |
| FBA-Versandgebühr | Zum Beispiel 2,52 € für einen kleinen Umschlag bis 80 g, 3,42 € für ein Standardpaket bis 400 g und 3,44 € bis 900 g (lokaler Versand nur in Deutschland) | Pro verkaufter Einheit, abhängig von Größe und Gewicht |
| Monatliche Lagergebühr | Standardgröße: 27,54 € pro m³ (Januar bis September), 52,20 € pro m³ (Oktober bis Dezember) | Für das durchschnittliche Volumen Deiner Ware im Lager |
| Zuschlag für Lagerauslastung | Fällt an, wenn Dein Bestand im Verhältnis zu den Verkäufen mehr als 22 Wochen reicht | Bei zu viel Bestand, gilt für Verkäufer mit Tarif Professionell |
| Zuschlag für veralteten Lagerbestand | Für Ware, die länger als 241 Tage im Lager liegt | Bei Langsamdrehern |
| Gebühr für niedrigen Lagerbestand | 0,18 bis 0,67 € pro Einheit, wenn der Bestand weniger als 28 Tage reicht (Pan-EU-Bestand in ausgewählten Kategorien in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) | Bei zu wenig Bestand im Verhältnis zur Nachfrage |
Für 2026 hat Amazon die Gebühren in Europa teilweise gesenkt. Laut Amazon sanken die FBA-Versandgebühren für Pakete in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem UK im Schnitt um 0,32 € pro Einheit. Das günstigere Programm für niedrigpreisige Produkte gilt seit Januar 2026 für Artikel bis 20 €, und in einigen Kategorien sind die Verkaufsgebühren gesunken, etwa bei Haushaltswaren bis 20 € von 15 auf 8%. Gleichzeitig hat Amazon die monatlichen Lagergebühren sowie die Gebühren für Rücksendungen an den Verkäufer erhöht.
Ein Karton mit 60 x 40 x 40 cm hat ein Volumen von 0,096 m³. Mit Standardware gefüllt kostet er an Lagergebühren:
Bei einem Produkt, das sich schnell verkauft, fällt das kaum ins Gewicht. Liegt dieselbe Ware sechs Monate oder länger, fressen Lagergebühren und mögliche Zuschläge einen spürbaren Teil der Marge. Entscheidend ist deshalb nicht die einzelne Gebühr, sondern wie schnell sich Deine Produkte drehen.
FBA ist kein Auslaufmodell. Für bestimmte Produkte und Geschäftsmodelle passt es sehr gut, für andere wird es mit wachsendem Sortiment teurer und unflexibler:
| FBA passt eher, wenn … | Eine Alternative passt eher, wenn … |
|---|---|
| Du überwiegend auf Amazon verkaufst | Du zusätzlich einen eigenen Shop und weitere Marktplätze bedienst |
| Deine Produkte klein, leicht und schnell drehend sind | Du große, schwere oder langsam drehende Produkte hast |
| Du Deinen Bestand eng an die Nachfrage anpassen kannst | Du saisonale Ware oder lange Nachschubzeiten hast |
| Branding beim Auspacken keine große Rolle spielt | Verpackung und Beilagen Teil Deiner Marke sind |
| Du keine B2B- oder Händlerbelieferungen aus demselben Bestand brauchst | Du aus einem Bestand an Endkunden, Händler und Amazon liefern willst |
Bei FBM verkaufst Du weiter auf Amazon, die Bestellungen versendet aber ein Fulfillment-Partner aus seinem Lager. Der Bestand liegt an einem Ort und steht allen Kanälen zur Verfügung, ob Amazon, eigener Shop oder weitere Marktplätze. Du bestimmst Verpackung und Versanddienstleister. Ohne Prime-Logo ist allerdings wichtig, dass Lieferzeiten und Versandkosten wettbewerbsfähig sind. Welche Rolle das Programm FBM Ship+ dabei spielt, erklären wir in unserem Artikel zu Amazon FBM Ship+.
Bei kleinen Mengen kannst Du selbst versenden. Mit wachsenden Bestellzahlen steigen aber Personal-, Flächen- und Verpackungsaufwand, und Lieferzeiten werden schwerer zu halten. Worauf Du bei der Auswahl eines Dienstleisters achten solltest, liest Du in unserem Guide zur Auswahl eines Fulfillment-Dienstleisters.
Mit Prime durch Verkäufer bekommst Du das Prime-Logo, ohne Ware an Amazon zu schicken. Die Anforderungen sind hoch. Laut Amazon brauchst Du unter anderem eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 90%, eine gültige Sendungsverfolgung für mindestens 99% der Sendungen und eine Stornoquote von höchstens 0,5%. Außerdem musst Du Prime-Kunden kostenlosen Versand und kostenlose Rücksendungen anbieten. Seit dem 7. September 2026 gelten in Deutschland für Artikel in Standardgröße zudem strengere Lieferzeitvorgaben: 15% der Sendungen müssen innerhalb von einem Tag zugestellt werden (zuvor 10%), 50% innerhalb von zwei Tagen (zuvor 45%) und 80% innerhalb von vier Tagen (Amazon Seller Forum).
Viele Händler fahren zweigleisig: Schnelldreher bleiben in FBA, der Rest läuft über FBM. Ein Fulfillment-Partner kann zusätzlich als Pufferlager dienen und FBA regelmäßig nachbeliefern. So hältst Du nur so viel Ware bei Amazon wie nötig und vermeidest teure Lagerzeiten. Fällt FBA-Bestand aus, kannst Du Bestellungen kurzfristig über FBM erfüllen.
Ein Wechsel muss nicht alles auf einmal ändern. Bewährt hat sich ein schrittweises Vorgehen:
byrd übernimmt die Logistik für Deine Amazon-Bestellungen, Du behältst die Entscheidungen und den vollen Überblick. Seller Central wird direkt angebunden, Bestellungen und Bestände synchronisieren automatisch. byrd pickt, packt und versendet Deine FBM-Bestellungen in der Regel noch am selben Tag, auf Wunsch in Deiner eigenen Verpackung. Auch FBM Ship+ unterstützt byrd, also Amazons Programm, das Lieferversprechen bei FBM automatisch festlegt. In Deutschland steht es derzeit ausgewählten Verkäufern offen. Mehr dazu findest Du auf unserer Seite zum Amazon-Versand mit byrd.
Brauchst Du für einzelne Produkte das Prime-Logo, kombinierst Du FBM mit FBA: byrd bereitet Deine Ware nach Amazon-Richtlinien vor und liefert sie an die Amazon-Logistikzentren, das byrd-Lager dient dabei als Pufferlager. Derselbe Bestand versorgt gleichzeitig Deinen Shop und weitere Marktplätze, aus Lagern in Deutschland, Österreich, Frankreich, Polen und Großbritannien.
Alle Details zum Ablauf findest Du in unserem Support-Artikel zum Amazon Pre-FBA-Prozess für B2B-Sendungen.
Was ist Amazon FBA einfach erklärt?
Amazon FBA bedeutet, dass Amazon Deine Ware lagert, verpackt, versendet und Retouren abwickelt. Du verkaufst weiter selbst, Deine Angebote erhalten das Prime-Logo.
Was kostet Amazon FBA 2026?
Neben dem Verkaufstarif (Professionell: 39 € pro Monat zzgl. MwSt.) und den Verkaufsgebühren zahlst Du eine Versandgebühr pro Einheit, zum Beispiel 3,42 € für ein Standardpaket bis 400 g in Deutschland, und Lagergebühren ab 27,54 € pro m³ und Monat. Je nach Bestand kommen Zuschläge hinzu.
Lohnt sich Amazon FBA 2026 noch?
Für kleine, schnell drehende Produkte, die überwiegend auf Amazon verkauft werden, oft ja. Bei langsam drehender oder großer Ware und beim Verkauf über mehrere Kanäle ist FBM mit einem Fulfillment-Partner häufig günstiger und flexibler.
Bekomme ich das Prime-Logo auch ohne FBA?
Ja, über Prime durch Verkäufer. Dafür musst Du Amazons Leistungsanforderungen dauerhaft erfüllen, unter anderem bei Pünktlichkeit, Sendungsverfolgung, Stornoquote und Lieferzeit.
Kann ich FBA und FBM gleichzeitig nutzen?
Ja. Du kannst pro Produkt entscheiden, ob es über FBA oder FBM versendet wird. Viele Händler halten Schnelldreher in FBA und versenden den Rest über einen Fulfillment-Partner, der FBA bei Bedarf auch nachbeliefert.
Wie hole ich meine Ware aus dem Amazon-Lager?
Über einen Entfernungsauftrag in Seller Central. Amazon schickt die Ware dann an eine von Dir angegebene Adresse, zum Beispiel an Deinen Fulfillment-Partner. Dafür fällt eine Gebühr pro Einheit an.